

Original TV-Investigativ-Dokumentation für die ARD/SWR von Peter Reichelt und Ina Brockmann
"Verschwunden in Happy Valley"
Deutsche Version
"Missing in Happy Valley" - Die US - Version
Englische Version
Verschwunden in Happy Valley? - Die Besserungsanstalten der Scientologen ist eine deutsche Fernsehdokumentation aus dem Jahr 1999 von Peter Reichelt und Ina Brockmann. Der 45-minütige Film entstand für den Südwestrundfunk und beschäftigt sich mit internen Disziplinierungsprogrammen der Scientology-Organisation, insbesondere dem sogenannten Rehabilitation Project Force (RPF).
Die Dokumentation wurde erstmals am 25. Februar 1999 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt und in den folgenden Jahren mehrfach wiederholt.
Verschwunden in Happy Valley? - Die Besserungsanstalten der Scientologen ist eine deutsche Fernsehdokumentation aus dem Jahr 1999 von Peter Reichelt und Ina Brockmann. Der 45-minütige Film entstand für den Südwestrundfunk und beschäftigt sich mit internen Disziplinierungsprogrammen der Scientology-Organisation, insbesondere dem sogenannten Rehabilitation Project Force (RPF).
Die Dokumentation wurde erstmals am 25. Februar 1999 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt und in den folgenden Jahren mehrfach wiederholt.
Inhalt
Die Dokumentation untersucht Berichte ehemaliger Mitglieder über interne Disziplinierungs- und Rehabilitationsprogramme der Scientology-Organisation. Ein Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Rehabilitation Project Force (RPF), einem Programm, das innerhalb der Organisation zur Disziplinierung von Sea Org-Mitgliedern eingesetzt wird.
Der Film enthält Interviews mit ehemaligen hochrangigen Scientology-Mitgliedern, darunter Gerry Armstrong, Frank Oliver und Jesse Prince, die über ihre Erfahrungen innerhalb der Organisation berichten. Außerdem werden Recherchen zu Scientology-Einrichtungen in Europa und den Vereinigten Staaten vorgestellt. Während der Dreharbeiten kam es nach Darstellung des Films zu Konfrontationen zwischen dem Fernsehteam und Mitgliedern der Scientology-Organisation in der Nähe von deren Einrichtungen in Kalifornien.
Suche nach Wiebke Hansen
Ein zentrales Thema der Dokumentation ist das Verschwinden der deutschen Scientologin Wiebke Hansen, die bis Mitte der 1990er-Jahre als Direktorin der Organisation in Hamburg tätig war und das Suchen nach ihr. Hansen galt bis zu ihrem plötzlichen Verschwinden 1995 als erfolgreichste Funktionärin innerhalb der Strukturen von Scientology.
Die Dokumentation begleitet Recherchen ihres Bruders Jochen Körner, der versucht, den Aufenthaltsort seiner Schwester zu klären. Körner berichtet von Briefkontakten mit Hansen sowie von einem Besuch in den USA, bei er sie in Hollywood traf, wo sie zeitweise an der Produktion von Werbefilmen für die Organisation beteiligt gewesen sein soll. Kurz darauf brach der Kontakt erneut ab. In zeitgenössischen Medienberichten wurde der Fall ebenfalls mehrfach aufgegriffen. Die Scientology-Organisation wies entsprechende Vorwürfe stets zurück und erklärte, die Programme des Rehabilitation Project Force seien freiwillige Maßnahmen zur Rehabilitation von Mitgliedern.
Produktion
Die Dokumentation entstand Ende der 1990er-Jahre im Auftrag des Südwestrundfunks. Die Recherche umfasste Dreharbeiten in Deutschland, Dänemark und den USA. Dabei wurden Interviews mit ehemaligen Mitgliedern der Organisation geführt. Die Dreharbeiten fanden in den USA in der Nähe von Scientology-Einrichtungen in Los Angeles, Gilman Hot Springs, Hemet und Clearwater (Florida) statt.
Ausstrahlungen der Dokumentation
20. Dezember 1998 - Bericht über Teile der Rechercheergebnisse in der Investigativ-Sendung 20/20 des US-Senders ABC News
25. Februar 1999 - Erstausstrahlung im Südwestrundfunk
16. Juni 1999 - Ausstrahlung im Österreichischen Fernsehen ORF 2
1999-2000 - Wiederholungen in Programmen der ARD sowie bei 3sat
Presseberichterstattung
Die Dokumentation wurde bereits während der Produktionsphase und zur Zeit ihrer Ausstrahlung in verschiedenen Medien thematisiert.
12. März 1998 - The Press-Enterprise (Riverside (Kalifornien)) - "FAA probes complaint by Church of Scientology" von Susan Thurston
28. Juli 1998 - Mannheimer Morgen - "Im "glücklichen Tal" in Kalifornien zeigt Scientology sein wahres Gesicht" von Stephan Töngi
31. Januar 1999 - The Press Enterprise - "Bitter Partings" von Susan Thurston
25. Februar 1999 - Frankfurter Allgemeine Zeitung - "Hubbards Lager - Scientology hautnah: "Verschwunden in Happy Valley" von Michael Hanfeld[10]
25. Februar 1999 - Frankfurter Rundschau - "Keine permanente Anklage" von Gitta Düperthal
25. Februar 1999 - Stuttgarter Nachrichten - "Wenn Menschen im glücklichen Tal verschwinden" von Anton Notz
16. Juni 1999 - Kronen Zeitung - "Im Gefängnis von Scientology"
Hintergrund
Der Film entstand während der intensiven öffentlichen Debatte über Scientology in Deutschland in den 90er Jahren. Politik, Medien und staatliche Behörden beschäftigten sich in dieser Zeit verstärkt mit Struktur, Arbeitsmethoden und wirtschaftlichen Aktivitäten der Organisation. Kritiker warfen Scientology autoritäre Strukturen und wirtschaftliche Ausbeutung von Mitgliedern vor, während die Organisation diese Vorwürfe zurückwies und sich als religiöse Gemeinschaft darstellte.
Reaktionen
Nach der Ausstrahlung kritisierte die Scientology-Organisation die Darstellung im Film und wies die erhobenen Vorwürfe zurück. Vertreter der Organisation erklärten, Programme wie das Rehabilitation Project Force seien freiwillige Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft.
Im Zusammenhang mit der Berichterstattung kam es laut Angaben der Filmemacher zu öffentlichen Gegenkampagnen der Organisation. Im Jahr 2000 wurden Exemplare des Scientology Magazins Freiheit in der Umgebung des Wohnorts der Journalisten verteilt, in denen Kritik an den Autoren geäußert wurden.
Nachwirkungen und internationale Resonanz
Auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung wird die Dokumentation weiterhin rezipiert. Besonders in den USA greifen Journalisten, ehemalige Scientology-Mitglieder und Dokumentarfilmer den Film und sein Rohmaterial immer wieder auf, wenn über das interne Strafsystem der Organisation berichtet wird.
Dabei spielt insbesondere das im Film thematisierte Lager "Happy Valley" eine zentrale Rolle. Ehemalige Mitglieder der Sea Orgsowie frühere Insider, die mit den Abläufen der Anlage vertraut waren, beziehen sich in Interviews und späteren Dokumentationen auf die von Peter Reichelt und Ina Brockmann aufgenommenen Bilder. Die Aufnahmen gehören zu den frühesten filmischen Dokumentationen aus der Umgebung des abgeschirmten Scientology-Komplexes bei Hemet in Kalifornien und werden daher bis heute als wichtiges historisches Material zur Diskussion über das sogenannte RPF-System und das Lager "Happy Valley" betrachtet.
Verfügbarkeit der Dokumentation
Die Dokumentation ist online auf der Plattform von YouTube verfügbar, in der deutschen Originalversionund in einer englischsprachigen Version.
Einzelnachweise
- germannews germannews: 25.2.1999 - Verschwunden in Happy Valley - Die Straflager von Scientology von Reichelt und Brockmann. 20. Januar 2023, abgerufen am 6. März 2026.
- XENU TV: Scientology's Office of Special Affairs Exposed (Now in 4K!). 8. Juni 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- XENU TV: Jesse Prince Interview on Scientology - Part 1 (Now in 4K). 9. April 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- XENU TV: Jesse Prince Interview on Scientology - Part 2 (Now in 4K). 9. April 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- Scientologin verschwunden. In: Der Spiegel. 19. November 1995, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. März 2026]).
- Codename Schneewittchen. In: Der Spiegel. 24. September 1995, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. März 2026]).
- XENU TV: Scientology's RPF in Copenhagen (Now in 4K). 23. April 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- Peter Reichelt. Abgerufen am 6. März 2026.
- Bitter Partings - Riverside Press013199. Abgerufen am 6. März 2026.
- Peter Reichelt. Abgerufen am 6. März 2026.
- Peter Reichelt. Abgerufen am 6. März 2026.
- Scientology-Organisation. In: Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz. 26. November 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- Bundesverfassungsschutz darf Scientology observieren. Abgerufen am 6. März 2026 (österreichisches Deutsch).
- Überwachung: Verfassungsschutz nimmt Scientology stärker ins Visier. In: Der Spiegel. 24. März 2007, ISSN 2195-1349(spiegel.de [abgerufen am 6. März 2026]).
- Scientology: ORF Film "Verschwunden in Happy Valley" glänzt mit Lügen. Abgerufen am 6. März 2026.
- XENU TV: The RPF. 22. April 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- Mike Brown: On the wrong side of history. 14. Februar 2024, abgerufen am 6. März 2026.
- germannews germannews: Reacting to German Documentary Missing In Scientologys RPF aka The Hole. 13. September 2024, abgerufen am 6. März 2026.
- germannews germannews: Lara FM talks about this famous helicopterflight over the CoS prisoncamp with journalist Mark Bunker. 25. April 2025, abgerufen am 6. März 2026.
- germannews germannews: 25.2.1999 - Verschwunden in Happy Valley - Die Straflager von Scientology von Reichelt und Brockmann. 20. Januar 2023, abgerufen am 6. März 2026.
- XENU TV: Missing in Happy Valley (1999) by Peter Reichelt + Ina Brockmann (Now in 4K). 23. Januar 2025, abgerufen am 6. März 2026.



